Dieser ASV gibt niemals auf
Mit Herz, Mentalität und unbedingtem Willen zum 16:14 gegen Hallbergmoos. Was für ein Auftakt in die neue Regionalliga-Saison: Der ASV Hof hat in der heimischen Jahnarena den amtierenden Meister SV Hallbergmoos mit 16:14 bezwungen. Dabei sah es zwischenzeitlich alles andere als nach einem Hofer Erfolg aus. Nach vier Kämpfen lagen die Gastgeber bereits mit 2:11 zurück. Doch genau an diesem Abend zeigte sich, was diese Mannschaft auszeichnet: Zusammenhalt, Mentalität und der unbedingte Wille, keinen Kampf und keinen einzigen Mannschaftspunkt verloren zu geben.
Die Mannschaft und Fans feiern den Sieg von Jan Ritter (Foto: Maximilian Otto-Wolf)
Marco Zeh setzt das erste Zeichen
Schon früh gab es ein erstes Beispiel für diese Einstellung. Marco Zeh sprang in der höchsten Gewichtsklasse für den ASV ein und bekam es bei seinem Debüt in der ersten Mannschaft mit Florian Lederer zu tun. Rund 24 Kilogramm Gewichtsunterschied lagen zwischen beiden Ringern. Zeh ließ sich davon nicht beeindrucken. Er hielt seinen deutlich schwereren Gegner in Schach, war der aktivere Ringer und belohnte sich am Ende mit einem 4:1-Erfolg. Zwei wichtige Mannschaftspunkte für den ASV – und ein erstes Ausrufezeichen an diesem Abend.
Dennoch entwickelte sich der Mannschaftskampf zunächst klar zugunsten der Gäste. Murathan Derer, Matej Zvolanek und Fabian Rudert mussten sich ihren starken Gegnern geschlagen geben. Nach vier Begegnungen führte Hallbergmoos mit 11:2.
Doch auch diese Niederlagen sollten am Ende eine Rolle spielen. Denn die Hofer ließen sich nicht vorzeitig bezwingen und verhinderten damit die maximale Punkteausbeute für Hallbergmoos. Auch das sollte an diesem Abend noch entscheidend werden.
Aus 2:11 wird 12:11
Dann begann die Hofer Aufholjagd. Felix Marek hatte mit Maximilian Anthofer noch eine Rechnung offen. In der vergangenen Saison waren beide Duelle knapp an den Hallbergmooser gegangen. Diesmal ließ Marek von Beginn an keinen Zweifel aufkommen. Mit einem deutlichen 13:1 holte er drei
Mannschaftspunkte und gab damit das Signal zur Aufholjagd. Neuzugang Mateusz Wolny setzte diese fort. Bei seinem ersten Einsatz für den ASV
bestimmte er gegen Michel Pril über die gesamte Kampfzeit das Geschehen und gewann souverän mit 6:0. Anschließend folgte einer der spektakulärsten Kämpfe des Abends. Keanu Muric geriet gegen Csongor Knipli zunächst in Rückstand, kämpfte sich jedoch zurück. Mit einer Vier Punkte-Aktion samt Zusatzpunkt brachte er die Jahnarena endgültig zum Kochen und gewann schließlich mit 11:3. Plötzlich stand es nur noch 10:11. Manuel Albert sorgte schließlich für die Wende. Konzentriert und abgeklärt ließ er seinem Gegner kaum Möglichkeiten, selbst zu punkten. Sein 6:0-Erfolg brachte zwei
weitere Mannschaftspunkte. Aus einem 2:11-Rückstand hatte der ASV eine 12:11-Führung gemacht. Vier Hofer Siege in Folge – die Jahnhalle glich einem Tollhaus.
Jeder Punkt zählt
Mahdi Gulistani lieferte sich mit Jan Medejczyk einen offenen Kampf. Zur Halbzeit lag der Hofer zurück, verkürzte anschließend noch einmal und musste schließlich volles Risiko gehen. Das nutzte sein Gegner aus und entschied den Kampf für sich. Hallbergmoos führte damit vor dem letzten Duell wieder mit 14:12. Und gerade hier zeigte sich, warum an diesem Abend tatsächlich jeder einzelne Ringer seinen Anteil am späteren Erfolg hatte. Denn ein Mannschaftskampf wird nicht nur durch die gewonnenen Duelle entschieden. Ebenso wichtig kann es sein, bei einer Niederlage eine hohe Wertung zu verhindern.
Jan Ritter macht den Wahnsinn perfekt
Vor dem letzten Kampf war die Ausgangslage eindeutig: 12:14. Der ASV musste gewinnen. Jan Ritter war kurzfristig für den verletzten Jiri Koran eingesprungen. Das Hofer Eigengewächs stellte sich in den Dienst der Mannschaft – und bekam nun die Gelegenheit, einen ohnehin schon außergewöhnlichen Abend zu vollenden. Ritter wartete nicht lange. Nach einem kurzen Schlagabtausch setzte er zur entscheidenden Aktion an, brachte Ilias Kafritsas zu Boden und legte ihn auf beide Schultern. Schultersieg. Vier Mannschaftspunkte. Heimsieg.
Aus 12:14 wurde 16:14.
Die Jahnarena explodierte.
Jeder hatte seinen Anteil.
Vielleicht beschreibt genau das diesen Saisonauftakt am besten: Eine Mannschaft, die
bei einem 2:11-Rückstand nicht aufsteckt. Die weiter an sich glaubt. In der einer für den
anderen kämpft. Und die bereit ist, für den ASV alles auf der Matte zu lassen.
Herz. Zusammenhalt. Mentalität. Unbedingter Wille. Am Ende stand ein 16:14 gegen den
amtierenden Meister.
Und die Erkenntnis:
Dieser ASV gibt niemals auf.