Personalsorgen beim ASV Hof
Mit einer deutlichen 8:23-Niederlage kehrten die Ringer des ASV Hof vom SV Johannis Nürnberg zurück. Der Bundesligaabsteiger zählt zum engeren Favoritenkreis im Kampf um die Meisterschaft. Für das Hofer Trainerduo Fabian Rudert und Ramsin Azizsir erschwerten gleich drei Ausfälle die ohnehin schwierige Aufgabe. Zunächst fiel Mateusz Wolny aus, anschließend meldeten sich Felix Marek und Manuel Albert krank. René Roth und Marco Zeh sprangen kurzfristig ein, die Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm blieb unbesetzt.
Abu setzt erstes Ausrufezeichen
Für einen erfreulichen Auftakt aus Hofer Sicht sorgte Abubakar-Siddik Aslambekov im Freistil bis 57 Kilogramm. Gegen Hüseyin Karakus ließ er von Beginn an keinen Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen. Mit einer konzentrierten und souveränen Vorstellung setzte sich der Hofer vorzeitig mit 16:0 durch und brachte den ASV mit 4:0 in Führung.
Im anschließenden Schwergewicht musste Max Osterhoff im ungeliebten griechisch-römischen Stil gegen Enes Acarer antreten. Osterhoff stellte sich der Aufgabe kämpferisch und ließ seinem Gegner nur wenige Möglichkeiten. Nach sechs Minuten musste er sich mit 1:5 nach Punkten geschlagen geben. Angesichts der ungewohnten Stilart eine respektable Leistung.
Bis 61 Kilogramm griechisch-römisch bekam es Samuel Vavrinek mit Amer Almaayouf zu tun. Der Nürnberger erwies sich als deutlich überlegen und beendete den Kampf nach 1:29 Minuten technisch überlegen mit 18:0.
Rudert rettet Vorsprung ins Ziel
Einen spannenden Kampf lieferte Fabian Rudert im Freistil bis 98 Kilogramm gegen Erdogan Güzey. Der Hofer begann stark und erarbeitete sich mit konsequenten Aktionen einen deutlichen Vorsprung. Zeitweise schien sogar ein vorzeitiger Überlegenheitssieg möglich. Doch mit zunehmender Kampfdauer fand der Nürnberger immer besser in die Begegnung und holte Punkt um Punkt auf. Besonders in der zweiten Runde geriet Rudert zunehmend unter Druck. Dennoch behielt er die Nerven, verteidigte seinen Vorsprung und sicherte sich mit 13:9 einen verdienten Punktsieg.
Eine besonders schwierige Aufgabe wartete anschließend auf René Roth bis 66 Kilogramm Freistil. Der kurzfristig eingesprungene Hofer traf mit Mark Barnowski auf den deutschen U17-Meister und EM-Teilnehmer. Roth stellte sich der Herausforderung, konnte die technische Überlegenheit seines jungen Gegners jedoch nicht verhindern. Nach 3:42 Minuten stand eine 0:18-Niederlage fest.
Auch Marco Zeh, der ebenfalls kurzfristig in die Mannschaft gerückt war, bekam es bis 86 Kilogramm griechisch-römisch mit einem starken Gegner zu tun. Michael Janot setzte sich mit 18:0 technisch überlegen durch.
Koran fordert Weltklasseringer
Eine der schwersten Aufgaben des Abends hatte Jiri Koran im griechisch-römischen Stil bis 71 Kilogramm zu bewältigen. Mit Vitalie Eriomenco stand ihm ein absoluter Weltklasseringer gegenüber. Der Nürnberger war 2024 U23-Weltmeister und Europameister geworden und führt derzeit die Weltrangliste der Männer an. Koran ließ sich von diesen Erfolgen jedoch nicht beeindrucken. Der Hofer stemmte sich entschlossen gegen den Favoriten und hielt insbesondere in der ersten Runde gut dagegen. Erst im zweiten Kampfabschnitt konnte Eriomenco seine Klasse entscheidend ausspielen und den Kampf nach 4:09 Minuten mit 16:0 vorzeitig beenden.
Da der ASV die Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm nicht besetzen konnte, gingen hier vier weitere Mannschaftspunkte kampflos an die Gastgeber.
Muric überzeugt mit starker Leistung
Einen weiteren Lichtblick aus Hofer Sicht lieferte Keanu Muric im Freistil bis 75 Kilogramm. Gegen Tim Stadelmann zeigte der Hofer einen engagierten und taktisch guten Kampf. Muric setzte immer wieder eigene Akzente, erarbeitete sich einen Vorsprung und ließ sich auch durch die Gegenwehr seines Kontrahenten nicht aus dem Konzept bringen. Mit 8:3 sicherte er sich einen verdienten Punktsieg und zwei weitere Mannschaftspunkte für den ASV.
Im abschließenden Kampf bis 75 Kilogramm griechisch-römisch traf Orlando Gutmann auf Artur Gottfried. Beide Ringer lieferten sich über die gesamte Kampfzeit eine enge Auseinandersetzung. Gutmann musste sich schließlich knapp mit 3:5 geschlagen geben.
Nürnberg gewinnt verdient
Am Ende stand ein verdienter 23:8-Erfolg für den SV Johannis Nürnberg. Der Bundesligaabsteiger unterstrich mit seiner starken Besetzung seine Ambitionen im Meisterschaftsrennen. Für den ASV Hof war es dagegen ein Kampftag, an dem bereits vor dem ersten Anpfiff vieles gegen die Mannschaft lief.
Trotz der deutlichen Niederlage gab es aus Hofer Sicht auch Positives mitzunehmen. Aslambekov überzeugte mit einem souveränen Erfolg, Rudert bewies in einem turbulenten Kampf seine Qualitäten und Muric zeigte eine starke Leistung. Auch Vavrinek, Osterhoff, Gutmann und Koran verkauften sich gegen anspruchsvolle Gegner gut. Dass mit Roth und Zeh zwei Ringer kurzfristig einsprangen, unterstreicht zudem den Zusammenhalt innerhalb der Hofer Mannschaft.
Aktuelle Informationen über den WhatsApp-Kanal
Wer die Auswärtskämpfe des ASV Hof verfolgen möchte, bleibt über den WhatsApp-Kanal des Vereins auf dem Laufenden. Dort werden die Ergebnisse aller vier Mannschaften zeitnah veröffentlicht. Die Begegnung der ersten Mannschaft beim SV Johannis Nürnberg wird zudem mit einem Live-Ticker begleitet. So können die Fans auch aus der Ferne das Kampfgeschehen unmittelbar mitverfolgen.