Ergebnis fällt zu hoch aus
Der ASV Hof hat seinen Heimkampf gegen den TV Geiselhöring mit 5:16 verloren. Der Sieg der Gäste war verdient, das Ergebnis fiel allerdings deutlich zu hoch aus und spiegelte den Verlauf vieler Einzelkämpfe nur unzureichend wider. Für eine erneut herausragende Atmosphäre sorgten die rund 500 Zuschauer in der Hofer Jahnhalle, die ihre Mannschaft über den gesamten Kampfabend lautstark unterstützten.
Hofer Eigengewächse trotzen internationaler Klasse
In der Hofer Jahnhalle trafen zwei unterschiedliche Philosophien aufeinander. Der ASV schickte sieben Hofer Eigengewächse auf die Matte und verstärkte die Mannschaft punktuell mit drei Ringern. Geiselhöring setzte dagegen in weiten Teilen auf auswärtige und teilweise international hochdekorierte Athleten.
Für die Hofer Verantwortlichen ist gerade diese unterschiedliche Herangehensweise ein wesentlicher Punkt. Die Identität der Mannschaft soll auch künftig das Herzstück des ASV bleiben.
Trainer Ramsin Azizsir und Fabian Rudert erklären: „Natürlich verlieren wir nicht gerne. Aber wenn sieben Hofer Eigengewächse gegen eine Mannschaft antreten, die mit zahlreichen erfahrenen Spitzenringern verstärkt ist, dann kann man auch auf die Leistung unserer Jungs stolz sein. Für uns ist die Identität dieser Mannschaft ein entscheidender Bestandteil unseres Wegs.“
Aslambekov eröffnet mit starkem Kampf
Zum Auftakt in der 57-kg-Klasse zeigte Abubakar-Siddyk Aslambekov eine sehr gute Leistung. Der Neuzugang, der aus Bamberg zum ASV kam, hielt gegen Simon Thurner über die volle Kampfzeit mit und musste sich am Ende nur knapp geschlagen geben. Beim 8:10 gingen lediglich ein Mannschaftspunkt und damit die denkbar kleinste Wertung an die Gäste.
Auch Max Osterhoff stand anschließend im Schwergewicht vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Mit Lukas Meyer traf er auf einen starken und erfahrenen Gegner, der vor der Saison vom ATSV Kelheim nach Geiselhöring gewechselt war. Osterhoff hielt über die gesamte Kampfzeit gut dagegen und gab beim 0:4 lediglich zwei Mannschaftspunkte ab.
Sedlak sorgt mit Fünferwertung für Aufsehen
In der 61-kg-Klasse entwickelte sich anschließend einer der spannendsten Kämpfe des Abends. Jakub Sedlak geriet zunächst in Rückstand, kämpfte sich aber eindrucksvoll zurück. Mit einer eher selten zu sehenden Fünferwertung brachte er die Jahnhalle zum Kochen.
Am Ende fehlte nur wenig. Sedlak musste sich beim 6:7 hauchdünn geschlagen geben. Auch hier nahm Geiselhöring lediglich einen Mannschaftspunkt mit.
Fabian Rudert sorgte anschließend für den ersten Hofer Einzelsieg. Gegen Simon Eisenhut bestimmte er den Kampf und gewann verdient mit 7:2. Eisenhut agierte über weite Strecken sehr passiv, was aus Hofer Sicht durchaus noch einmal hätte geahndet werden können. Ruderts Sieg geriet jedoch nicht ernsthaft in Gefahr und brachte zwei Mannschaftspunkte auf das Hofer Konto.
Marek fordert Olympiateilnehmer alles ab
Felix Marek bekam es danach mit einem international hochdekorierten Gegner zu tun. Goderdzi Dzebisashvili startete für Georgien bei den Olympischen Spielen in Paris und gehörte auch bei internationalen Meisterschaften zur europäischen Spitze.
Marek ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Der Hofer hielt hervorragend dagegen und zwang seinen favorisierten Gegner über die volle Kampfzeit. Am Ende unterlag Marek lediglich mit 4:5 technischen Punkten. Mehr als einen Mannschaftspunkt konnte der Geiselhöringer Spitzenringer damit nicht holen.
Lukasz Mateusz Wolny zeigte anschließend eine starke Vorstellung. Gegen Martin Wittmann übernahm er von Beginn an die Kontrolle und ließ seinen Gegner kaum zur Entfaltung kommen. Mit 9:0 technischen Punkten gewann Wolny hochverdient und holte drei wichtige Mannschaftspunkte für den ASV.
Muric kämpft sich zurück – Albert hält dagegen
Keanu Muric bewies große Moral. Nach einem deutlichen Rückstand kämpfte sich der Hofer zurück in die Begegnung und setzte mit einem sehenswerten Ausheber ein echtes Ausrufezeichen. Der Rückstand aus der Anfangsphase war jedoch zu groß, um den Kampf noch vollständig zu drehen. Muric unterlag mit 6:10.
Manuel Albert bekam anschließend mit Otari Bagauri den zweiten georgischen Spitzenringer im Geiselhöringer Team vorgesetzt. Albert wehrte sich mit großem Einsatz, doch Bagauri demonstrierte seine internationale Klasse und entschied die Begegnung vorzeitig für sich.
Jahnhalle trägt die Mannschaft bis zum Schluss
Obwohl die Mannschaftsniederlage bereits feststand, ließ die Unterstützung von den Rängen nicht nach. Im Gegenteil: Die Hofer Zuschauer feuerten Jan Ritter und anschließend Orlando Gutmann weiter lautstark an und honorierten jeden gelungenen Ansatz ihrer Ringer.
Beim abschließenden Kampf von Orlando Gutmann stieg die Stimmung in der Jahnhalle noch einmal auf ein außergewöhnliches Niveau. Gutmann lieferte sich mit Mohamed Atemaz Aslabi einen völlig offenen Kampf über die volle Distanz. Nach sechs Minuten stand es 5:5, doch aufgrund der letzten Wertung ging der Einzelsieg an den Geiselhöringer. Die Zuschauer begleiteten den Kampf bis zur letzten Sekunde und machten noch einmal deutlich, welchen Rückhalt diese Mannschaft in Hof genießt.
Nächste schwere Aufgabe in Burgebrach
Am kommenden Wochenende wartet auf den ASV die nächste anspruchsvolle Auswärtsaufgabe. Der TSV Burgebrach setzte zuletzt ein deutliches Ausrufezeichen und bezwang den Ligafavoriten auf eigener Matte. Entsprechend gewarnt werden die Hofer die Reise antreten. Nach den starken Leistungen gegen Geiselhöring will der ASV auch in Burgebrach mutig auftreten und versuchen, möglichst viele Punkte mit nach Hof zu nehmen.